"Schatz, ich setzt die Pille ab"

Dieser kleine Satz sorgt bei den meisten Männer erst einmal für einen Schockzustand! Warum? Ganz einfach, weil Verhütung leider immer noch eher Frauensache ist. Viele Männer sagen zwar sie würden die Pille nehmen, sollte die Forschung einmal soweit sein aber tief im Inneren glaube ich nicht daran, dass sie diese ganzen Auswirkungen, die ein Hormonpräperat mit sich bringt, wirklich in Kauf nehmen, geschweige denn, damit zurecht kommen würden ;-). Ich musste mit der Pille, aufgrund eines körperlichen Problems, schon recht früh anfangen...nämlich mit 13. Wobei ich rückwirkend nicht weiß, ob man dies nicht auch anders hätte lösen können. Nun gut, das werde ich wahrscheinlich nie erfahren.

 

Vor nun mehr als sechs Jahren habe ich mich dazu entschlossen die Pille abzusetzen. Und zwar nicht, weil ich Kinder wollte, sondern weil ich ja durch meinen Beruf mittlerweile wusste, wie gefährlich es ist, zu rauchen und die Pille zu nehmen. Und weil ich mir zum damaligen Zeitpunkt ein Leben ohne Zigaretten nicht vorstellen konnte, habe ich mich für den Verzicht der Pille entschieden. Ich fing also an zu recherchieren. Du kannst unglaublich viel zu diesem Thema im Internet finden und ich muss zugeben, dass ich am Anfang echt überfordert war mit diesen ganzen, zum Teil, neuen Informationen...

  • Kupferkette
  • Spirale
  • Kondom
  • Femidom
  • Diaphragma
  • Spermizid
  • Symptothermale Methode
  • Ovulationstest
  • Zyklus-Computer

... waren nur einige Begriffe, die bei mir so einige Fragen aufgeworfen haben. Klar war mir allerdings von Anfang an, dass ich mir nichts einpflanzen lassen werde und, dass ich mir nicht vorstellen konnte, mir eine halbe Stunde vor dem Geschlechtverkehr etwas einzusetzten. Also blieben für mich gar nicht mehr so viele Möglichkeiten übrig.

 

Ziemlich schnell erschien mir die Symptothermale Methode als die Geeignetste von allen. Allerdings hatte ich nicht sonderlich viel Selbstvertrauen in mich, so dass ich mir als Unterstützung den Zyklus-Computer gekauft habe. 

 

Es ging also los:

Zunächst hatten mein damaliger Freund und ich uns darauf geeinigt sechs Monate lang ausschließlich mit Kondom zu verhüten. Das war aus dem Grund angeraten, weil sowohl ich, als auch mein Computer meinen neuen Zyklus ja erst einmal kennenlernen mussten.

 

Ich musste jeden Morgen meine Temperatur messen, die dann automatisch im Computer gespeichert wurde. Als zweites musste ich, wenn es mir der Computer gesagt hat, einen Ovulationstest durchführen. War dieser positiv und meine Temperatur etwas höher als normal, war die Wahrscheinlichkeit, dass in den nächsten 24-36 Stunden mein Eisprung stattfindet, sehr hoch. Nach bereits vier Monaten kannten mein Computer und ich meinen Körper ziemlich gut, so dass ich schon ganz genau vorher sagen konnte, wann ich meinen nächsten Eisprung hatte.

 

Positiv verändert hat sich,

  • dass ich habe in den ersten drei Monaten die Kilos nur so purzeln sehen habe. Mein Frauenarzt sagte, dass die Pille zu Wassereinlagerungen im Körper führen kann, die nach Absetzten der Pille oft nur so dahin schwinden.
  • dass ich wieder viel mehr Lust hatte.
  • dass ich ein wesentlich positives Gefühl zu meinem Körper entwickelt habe.
  • dass ich merke, wann ich meinen Eisprung habe.
  • dass meine Stimmungsschwankungen sich vollkommen in Luft aufgelöst haben.
  • dass meine Kopfschmerzen/Migräneanfälle sich von ungefähr 15 pro Jahr auf lediglich 1-2 reduziert haben.

Negativ verändert hat sich,

  • dass mein Menstruationszyklus wesentlich länger und an zwei Tagen auch sehr schmerzvoll ist.
  • dass ich in der Zeit um meinen Eisprung Kreislaufprobleme habe... ich fühle mich dann ein/zwei Tage wie benebelt und nehme alles nur so halb wahr.

Fazit:

Mittlerweile weiß ich ganz genau, wann ich meinen Eisprung habe und brauche den Computer schon lange nicht mehr. Ich benutze jetzt nur noch eine App, messe kurz vor meinem Eisprung die Temperatur und mache, wenn die Temperatur leicht erhöht ist, einen Ovulationstest (ich muss allerdings dazu sagen, dass ich großes Glück habe und alles bei auf den Punkt genau funktioniert). In der gefährlichen Phase, die ja wenn alles funktioniert, lediglich sieben Tage beträgt, verhüten wir mit Kondom. Mit dem Rauchen habe ich vor 1,5 Jahren aufgehört und seither habe ich ein noch positiveres Körpergefühl entwickelt. Und auch wenn sich auf meiner Negativliste zwei größere Probleme befinden, würde ich nie wieder mit der Pille anfangen. Es ist erschreckend, wie krass die Hormone Einfluss auf deinen Körper und deine Seele nehmen. Und ich hoffe sehr, dass sich das Denken der Frauen dies bezüglich wandelt und, dass sie ihre Männer in Zukunkft wesentlich mehr mit in die Verantwortung nehmen, wenn es um das Thema Verhütung geht.

 

Ich habe versucht mich kurz zu halten, wenn ihr Fragen habt oder über bestimmte Punkte mehr erfahren wollt, dann schreibt mich gerne privat an.

 

Eure skoppl

 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    janineblogt (Dienstag, 10 April 2018 11:09)

    Danke für diesen informativen Artikel wirklich sehr interessant!
    Schön das es dir im Großen und Ganzen besser geht und du eine Methode gefunden hast mit der du super zurecht kommst.

    Also ich habe keinerlei der Beschwerden, die du durch die Pille beschrieben hast, weswegen ich ehrlich sagen muss das ich sie gerne nehme, obwohl es einen natürlich beunruhigt und ich auch weiß gesund geht anders, aber ich fühle mich mit der Pille einfach besser und auch sicher. Bei anderen Verhütungsmethoden wäre ich glaube ich sehr unentspannt!

  • #2

    janineblogt (Samstag, 11 August 2018 14:03)

    Ich habe dich für den Blogger Recognition Award nominiert! Was das genau ist siehst du in meinem Beitrag dazu. Würde mich freuen, wenn du mitmachst!
    https://janineblogt.com/2018/08/11/blogger-recognition-award-nominierung/